„Über mich“ – die Eigenvermarktung der besonderen Art

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Wenn ich mit Selbstständigen rede, die ihre Website in Angriff nehmen wollen – unabhängig ob neu oder eine Aktualisierung, weise ich darauf hin, dass auf die „Über-mich-Seite“ ein besonderes Augenmerk gerichtet werden muss. Gerade Einzelunternehmen müssen von der Masse der gleichartigen Anbieter abheben. Vor allen Dingen Frauen verdrehen die Augen, stöhnen laut auf oder fragen ganz direkt: „Was soll ich denn daaaaa schreiben?“ Eigenvermarktung ist ein schwieriges Thema und scheint Frauen besonders schwer zu fallen.

Über-mich-Seite – der Kern meiner Selbstständigkeit

Selbstständigkeit heißt: Ich verkaufe meine Dienstleistung. Sich selbst zu „verkaufen“ ohne zu über- oder untertreiben ist nicht einfach. Der häufigste Satz ist: „Eigentlich gibt es nicht viel über mich zu sagen.“ Wer sich selbstständig macht, muss lernen, wichtig zu sein ohne sich aufzudrängen. Fragen Sie doch in Ihrem Umfeld, was es über Sie zu sagen gibt. Üben Sie in Zusammentreffen mit anderen Selbstständigen über sich zu erzählen ohne ausschweifend zu werden. Vorstellungsrunden sind immer eine Herausforderung und eine gute Übung.

Soloselbstständige rund um die Bürodienstleistung bieten eine Dienstleistung an, die häufig im Netz zu finden ist. Deshalb müssen Sie die Individualität Ihrer Dienstleistung hervorheben. Sie verkaufen damit eben nicht nur Ihre Dienstleistung, sondern gleich Ihr Unternehmen mit – als Solounternehmer sich eben selbst.

Haben Sie mit Ihrer Startseite beim Kunden Interesse geweckt, wird er sich als erstes – wahrscheinlich noch vor den Leistungen – die „Über-mich-Seite“ ansehen. Der Interessent möchte sich ein „Bild“ über Sie machen. Schreiben Sie eine Art Brief, eine Erzählung, auf alle Fälle einen Text, der persönlicher ist als der Rest Ihrer Website. Ihr Profilfoto gibt der „Über-mich-Seite“ den letzten Schliff.

Da Sie oft mit Unternehmen zu tun haben, würde ich von dem „Du“ abraten. Sie schränken damit automatisch Ihren Kundenkreis ein. Nicht viele Unternehmer möchten von ihrem Dienstleister geduzt werden.
Eine gewisse Autorität lässt sich erst im Laufe Ihrer Selbstständigkeit aufbauen. Setzen Sie nicht auf Kundenmeinungen, sondern auf Ihre eigene Entwicklung. Kundenmeinungen sind problematisch. Zum einen wollen viele Kunden gar nicht, dass sie namentlich genannt werden. Zum anderen lassen sich die Meinungen nicht überprüfen und wenn jemand unzufrieden ist, werden Sie das sicher nicht veröffentlichen.

„Über mich“ – eine neverending Story

Interesse wecken

Die „Über-mich-Seite“ ist kein Lebenslauf. Sie zeigt neben den wichtigsten Stationen Ihrer beruflichen Laufbahn vor allem Ihre gewonnenen Erfahrungen.

Sie entwickeln sich in Ihrer Selbstständigkeit und verfügen über immer mehr Erfahrung. Dies muss sich in Ihrer „Über-mich-Seite“ niederschlagen.
Jede Veränderung muss ergänzt werden. Sie sind also nie fertig.

Ergänzen Sie so zeitnah wie möglich:
  • Weiterbildungen, wenn Sie sie beginnen und wenn Sie sie beendet haben
  • Änderungen im Service
  • neue Kooperationen

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Hierbei können Sie Projekte – ohne Namensnennung – inhaltlich beschreiben und ggf. optisch durch Grafiken ergänzen. Ihnen wird Ihr Kompetenzzuwachs auf diese Weise selbst immer deutlicher.

Informationen ändern sich und sind nicht mehr ganz aktuell oder treffen möglicherweise gar nicht mehr zu. Die „Über-mich-Seite“ lebt und ergänzt Ihr Leistungsangebot, das aufgrund Ihrer aktuellen Entwicklung kontinuierlich ergänzt wird.

Verlinken Sie Ihre Aktivitäten. Weisen Sie auf
  • Artikel, die Sie in einem Blog schreiben
  • Kooperationen
  • Projekte
  • besondere Projekte
  • Messen, die Sie besuchen

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Alles können Sie hier ergänzend einfügen oder entfernen, wenn die Aktualität der Information überholt ist.

Jedes Unternehmen hat eine Geschichte – unabhängig von der Größe

Verdeutlichen Sie in Ihrer „Über-mich-Seite“, was Sie zur Selbstständigkeit geführt hat. Ich habe ein schönes Beispiel einer Über-mich-Seite eines Lektorats gefunden. Zeigen Sie, was über Stationen des reinen Berufslebens hinausgeht, ohne zu persönlich zu werden. Holen Sie sich bei der Formulierung eventuell zunächst Hilfe von einem Profi, bis Sie Ihren eigenen Stil gefunden haben.

Oft sehe ich bei Einzelunternehmen auf der „Über-mich-Seite“ die Wir-Form. Zum Teil ist es ein Zeichen der Unsicherheit, zum anderen suggeriert es Größe, die nicht existiert. Wenn Sie beim Kunden sind und er Sie auf das „Wir“ anspricht, müssen Sie Farbe bekennen. Das macht einen denkbar schlechten Eindruck. Wenn Sie in Kooperationen zusammenarbeiten, müssen Sie das auf Ihrer „Über-mich-Seite“ klar zum Ausdruck bringen und die Kooperationen entsprechend aufführen. Ein echtes „Wir“ hat auch eine Geschichte und sei es die Geschichte von unterschiedlichen Kooperationen.

Ganz abgesehen davon ist es vom Wettbewerbsrecht nicht gestattet. §5 UWG spricht sogar von „irreführenden geschäftlichen Handlungen“.
„Authentizität schlägt Größe”, schreibt Birgit Schultz in Ihrem Artikel und trifft damit den Kern.

Die „Über-mich-Seite“ ist ein ausführliches Profil. Kurzprofile existieren sicher schon einige im Netz. Wird ein potentieller Kunde über diese Kurzprofil über Sie aufmerksam, möchte er meist mehr über Sie erfahren. Je mehr Sie ihn von Ihren Erfahrungen, Ihrem Wissen und Ihrer Kompetenz überzeugen können, desto eher wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen.

PS: Wenn Sie schon nicht von Ihrer Befähigung überzeugt sind, wie wollen Sie dann den Kunde überzeugen? Ihr Vertrauen in Ihre Leistung ist wichtig, wenn es um die Honorarfindung geht.

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